Ein Hofalltag angepasst an die Bedürfnissen der Rinder

Großzügige Weideflächen, grundrenovierter Stall & befestigter Auslauf

Der Hof und die Weideflächen befinden sich in der Region Kayhude in Schleswig-Holstein. Von Hamburg aus sind es nur drei Kilometer bis zu dem Haupthaus. Aber diese Entfernung ist ausreichend, um das Großstadt-Flair komplett hinter sich zu lassen und in einer ruhigen, idyllisch ländlichen Gegend zu landen.

Gleich neben dem Haupthaus, direkt an der Alster, befindet sich eine kleine Weide, wo sich die hochträchtigen Kühe kurz vor der Geburt aufhalten.  

So habe ich sie in dieser Phase besser im Blick und kann ihnen beistehen.

Der Rinderhof, die großen Weideflächen und der Stall befinden sich ca. 500 Meter vom Haupthaus entfernt. 25 Hektar stehen hier den knapp über 60 Rindern zur Verfügung. Diese Flächen gehörten vorher einem landwirtschaftlichen Milchviehbetrieb, der Stall wurde nach dem Kauf grundrenoviert und an meine Ansprüche angepasst. Seit April 2016 steht die Rinderherde ganztägig auf diesen Weiden.

Stall

Die Komplettrenovierung war nötig, um aus einem Stall für Milchkühe ein schönes Heim für die Alster Wagyu Herde zu schaffen.

Aus diesem Bemühungen ist ein rindergerechtes Gebäude entstanden mit Tageslicht, dicker Strohdecke zum Hinlegen und der Möglichkeit vom Stall aus jederzeit in den großen Auslauf vor dem Stall gelangen zu können. 

Weide

Die typisch schleswig-holsteinischen Weideflächen sind großzügig für die knapp über 60 Rindern bemessen, um ausreichend Platz, Bewegung und Futter zu garantieren. Das ganze Jahr über weht ihnen hier der frische Wind um die Nase und lässt sie in ihren bevorzugten Gruppen und Familienverbänden entspannt grasen und wiederkäuen.

Durch die Weidehaltung und Bewegung wachsen die Rinder langsamer als bei der sonst typischen Stallmast. Dies ist auch ein Grund dafür, dass die Rinder bei mir erst zwischen dem 24. und 36. Monat geschlachtet werden.

Mit der Stallmast wird bereits ab dem 18. Monat geschlachtet. Ich hab es lieber, wenn meine Rinder mindestens zwei bis drei Sommer auf den Weiden genießen können.

Die Weidehaltung ist aber nicht nur tiergerecht, sondern verbessert auch die Qualität des Fleisches. Laut einer Studie des Forschungsinstitutes für Biologie in Dummertorf ist der Gehalt an ungesättigen Fettsäuren im Fleisch deutlich höher als in Stallhaltung. Meine Überzeugung scheint nicht nur gut für die Tiere, sondern auch gut für unsere Gesundheit zu sein.

Alltag auf dem Hof

In den Sommermonaten stehen die Rinder ganztägig auf den Weideflächen, teilweise verstreut in ihren präferierten Gruppen. Wenn das Wetter zu schlecht wird, werden sie in den Stall gebracht, immer mit der Option zum Auslauf im Freien.

Die Kälber werden auf der Weide geboren und von den Mutterkühen ca. neun Monate gestillt. Die Milch wird nicht verkauft, sondern ist nur für die Kälber da.

Futter

Gefüttert werden die Rindern mit den Gräsern und Kräutern, die auf meinen eigenen Weiden wachsen. Auf dem Speiseplan in den Wintermonaten stehen zusätzlich Heu und Stroh, entweder aus Eigenproduktion oder von ungedüngten Stiftungsflächen der Stiftung Naturschutz.

Als „Kraftfutterersatz“ gibt es Altbrot vom Bäcker aus dem Dorf, der diese Produkte ansonsten an die Biogasanlage verkaufen würde.

Dazu kommen noch allerlei Leckerbissen wie Äpfel oder Karotten.

Auf künstliche Futterzusätze wie Wachstumsbeschleuniger, Hormone oder Kraftfutter verzichte ich selbstverständlich gänzlich. Abgesehen vom Krankheitsfall sind auch Medikamente tabu – gesunde Rinder benötigen kein Antibiotikum.